Zum Klausner

Veröffentlicht am 16. Juni 2022 um 19:51

 

Hiddensee, Sonneninsel im baltischen Meer, Sehnsuchtsort für Künstler, Abenteurer und Aussteiger. So auch für Ed, den Ost-Berliner Studenten, der in einer Sinnkrise an den entlegendsten Ort der DDR flüchtet. Das darf er zwar, aber unter Beobachtung. Die Grenzschutzkompagnie kontrolliert akribisch die Hiddenseer Küste und leuchtet selbst nachts mit gigantischen Scheinwerfern mögliche Fluchtboote aus. Ed denkt nicht an Flucht nach Dänemark, er will nur anders leben.

So heuert er beim Klausner an, der Touristengaststätte im Wald, im nördlichen Dornbusch, unweit des Leuchtturms. Die Mannschaft des Klausners besteht aus einem zusammengewürfelten Haufen von Individualisten, teils akademisch, die eines eint: Weg, weit weg!

Nachzulesen bei Lutz Seiler, Kruso, Suhrkamp 2014

Mit dem Fahrrad geht's über die Insel, über Vitte und Neuendorf bis zum streng geschützten Naturschutzgebiet Gellen im Süden und nach Norden hinauf auf den 70 Meter hohen Dornbusch mit dem Leuchtturm, dem Wahrzeichen Hiddensees. Riesige gelb leuchtende Ginsterfelder leiten uns in den Wald zur Raststätte "Zum Klausner". Nach einem kühlen Nachmittagsbier steigen wir die Treppen hinab, hinunter an die vom Westwind gebeutelte steinige Küste. Leider müssen wir die 300 Treppenstufen wieder hinauf; für ein weiters Bier ist es zu früh am Tag.

 


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